publication bias

 

(= p. b.) [engl. publication Veröffentlichung, bias Fehler], Fehler aufgrund der Veröffentlichungspraxis, [FSE], systematische Verzerrung bei der Sammlung und Zus.fassung empirischer Studienbefunde aufgrund der Tatsache, dass Studien mit signifikanten Befunden mit erhöhter Wahrscheinlichkeit publiziert werden. Zum einen, weil signifikanten Befunden von Forschenden selbst mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird (forscherbedingter p. B.), zum anderen weil in Fachzeitschriften Studien mit signifikanten Befunde bevorzugt repliziert werden (Peer-Review; reviewbedingter p. b.). Der p. b. ist ein wichtiges Problem für die Seriösität und Replizierbarkeit psychol. Forschung, insbes. weil stat. Signifikanztests eine Irrtumswahrscheinlichkeit zugunsten der Alternativhypothese (Fehler erster ArtSignifikanzniveau; i. d. R. α = ,05) zulassen. Gilt z. B. für 20 Forschungsfragen die Nullhypothese, so ist aufgrund des Fehlers erster Art trotzdem für eine Studie ein signifikantes Ergebnis zu erwarten (1 von 20 = 5%). Werden die 19 nicht signifikanten Befunde nicht erwähnt (Schubladenproblem) und lediglich der signifikante publiziert, so würde dieses Ergebnis auffällig erscheinen, obwohl dies bei Kenntnis der Grundanlage der Studie der Zufallserwartung entspricht ([engl. Hypothesizing After the Results are Known, HARKing]).  Durch die bevorzugte Publikation signifikanter Ergebnisse erhöht sich das tatsächliche Signifikanzniveau und kann nicht mehr adäquat beurteilt werden (Problem der Falsch-pos. Ps.; Replikationskrise). I. R. von Metaanalysen kann durch den p. b. eine Überschätzung des Effekts einer Maßnahme resultieren. Funnel-Plots, die Fail-Safe-N-Methode und der test for excess of significance bieten Möglichkeiten, das Ausmaß an Verzerrungen durch den p. b. abzuschätzen.

 

Verwendete Literatur

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