Publikumsforschung

 

(= P.) [engl. audience research], [MD], P. bez. in einer institutionellen Begriffsfassung die Erfassung der Medienkontakte von Rezipienten sowie die Hochrechnung der Medienkontakte zur Beschreibung von Zielgruppen. Klassische Beschreibungsindikatoren der P. sind hierbei die Größe, Reichweite und Zusammensetzung des Publikums. Die P. ist in dieser institutionellen Fassung des Begriffes einerseits medienökonomisch geprägt, da sie im Auftrag der Medienunternehmen sowie von Vermarktungsorganisationen (bspw. Media-Agenturen) Forschung zur Bestimmung des Geldwertes der angebotenen Werbeplätze betreibt. Andererseits bezieht sich die institutionelle Begriffsfassung der P. auf die Erfassung von Publikum im Interesse rundfunkrechtlicher Kontrollgremien. Beide Perspektiven auf die P. eint das Interesse an der deskriptiven Erfassung von Nutzergruppen über den reinen Kontakt zu einem Medienangebot. Ein Bsp. einer solchen Kontaktmessung stellt die Erfassung der Fernseheinschaltquoten und Fernsehreichweiten dar, die in Dt. durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), durchgeführt wird. Aus wiss. Perspektive kann die Publikumsforschung als ein Teilgebiet der Mediennutzungsforschung betrachtet werden. Neben dem Kontakt mit dem Medienangebot geraten aus dieser Sicht Rezeptionsbedingungen, Situationsvariablen des Medienkontakts – wie etwa zeitlich-räumliche Merkmale oder Gesellschaft in der Rezeptionssituation – in den Blickpunkt. Einen weiteren Teil der wiss. P. stellt die Beobachtung gesellschaftlicher Teilgruppen (bspw. Kinder, Nutzer mit Migrationshintergund oder ältere Mediennutzer) in ihrem Mediennutzungsverhalten dar sowie die Untersuchung potenziell als bedenklich bewerteter Nutzungsroutinen. Insbes. sind hier die in Bezug auf das Fernsehen durchgeführten Vielseher-Studien und Studien zur Medienvermeidung zu nennen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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