Pyramidenbahn

 

(= P.) [engl. pyramidal tract; lat. tractus corticospinalis], [BIO], mächtiges paariges Faserbündel, das beim Menschen bes. kräftig entwickelt ist. Es stellt als kortikospinale Bahn die direkte Verbindung der sensomotorischen Kortexareale (Gehirn) mit dem Rückenmark her (Abb.). Die absteigenden Nervenfasern entspringen in den motorischen Arealen beider Großhirnhälften, kreuzen im verlängerten Mark zu 75–90% jew. auf die Gegenseite (Pyramidenkreuzung), laufen im dorsalen Quadranten des Rückenmarks als Pyramidenseitenstrangbahn weiter und führen hinab bis zu den spinalen Motoneuronen der Skelettmuskeln, während der andere, kleinere Teil ungekreuzt in den vorderen mittleren Abschnitten weiter verläuft. Der größte Teil (ca. 95%) der etwa 1 Mio. Fasern endet an Interneuronen (Neuron) und nur ca. 5% haben direkten Kontakt zu den Motoneuronen. Auf ihrem Weg in das Rückenmark geben die Axone zahlreiche Kollateralen zu den für die Motorik wichtigen Strukturen ab, u. a. zum Thalamus, zu den Kernen des Brückenhirns und von dort Moosfasern zum Kleinhirn sowie auch zur Fovea reticularis. Die P. vermittelt die Impulse, die zur Funktion der willkürlichen Muskulatur unerlässlich sind. In erster Linie versorgen sie die distale Extremitätenmuskulatur, also u. a. die Muskeln der Unterarme, der Hände, der Unterschenkel und der Füße, und sind zuständig für das Funktionieren der Feinmotorik. Eine Unterbrechung der P. führt beim Menschen zu einer oft schlagartigen Stilllegung des Bewegungsmechanismus einer oder beider Körperseiten (z. B. Schlaganfall; zerebrovaskuläre Erkrankungen).

Verwendete Literatur

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