QTc-Zeit-Verlängerung unter Psychopharmakotherapie

 

[engl. QTc time prolongation], [PHA], Verlängerung des QT-Intervalls (= QT-Zeit) im Elektrokardiogramm (EKG), wie sie unter vielen Psychopharmaka und anderen Arzneimitteln beobachtet wird. Gemessen wird die Zeit vom Beginn der Q-Zacke bis zum Ende der T-Welle. Sie ist das elektrokardiografische Korrelat für die Erregung der Herzventrikel. Da die QT-Zeit von der Herzfrequenz abhängig ist, wird sie um diese korr. und dann als QTc-Zeit bez. (c steht für «corrected»). Zu Verlängerungen der QTc-Zeit unter einer Arzneimitteltherapie kommt es durch deren Interaktion mit Ionenkanälen des Reizleitungssystems oder auch der Herzmuskelzelle. Bei einer Verlängerung der QTc-Zeit besteht die Gefahr gefährlicher ventrikulärer Rhythmusstörungen, sog. Torsades-de-pointes-Tachykardien, die in ein lebensbedrohliches Kammerflimmern übergehen können. Versch. Faktoren können eine QTc-Z.-V. begünstigen, z. B. eine Hypokaliämie (= Verringerung der Kaliumkonzentration im Serum). Angaben zur normalen QT-Zeit schwanken, als sicher verlängert gelten Zeiten > 450 ms bei Männern und > 470 ms bei Frauen. Zahlreiche Antipsychotika (z. B. Pimozid, Sertindol, Thioridazin), Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva, aber auch die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Citalopram und Escitalopram) und andere Substanzen (z. B. Methadon) können zu einer Verlängerung der QTc-Zeit führen. Eine vollst. Aufstellung findet sich unter [www.crediblemeds.org].