Qualitätskultur

 

(= Q.) [engl. quality culture; lat. cultura Pflege], [AO, FSE, WIR], bezieht sich auf das Ziel einer Organisation und ihrer Mitglieder, Qualität dauerhaft zu sichern und nachhaltig weiterzuentwickeln. Damit handelt es sich bei der Q. – ähnlich wie bei dem Konzept der Lernkultur (Sonntag et al., 2004) – um einen Teilaspekt der gesamten Organisationskultur, dem ein indiv. und kollektives Qualitätsbewusstsein zugrunde liegt. Q. setzt sich aus zwei zentralen Elementen zus.: erstens aus einem organisationspsychol.-kult. Element, das versch. Aspekte – wie geteilte Werte, Überzeugungen, Erwartungen und ein gemeinsames Commitment der Organisationsmitglieder gegenüber Qualität – beinhaltet. Darüber hinaus wird zweitens ein struktural-formales Element der Q. postuliert, das sich durch einzelne Evaluationsinstrumente und definierte Qualitätssicherungssicherungsprozesse auszeichnet. Es ist davon auszugehen, dass sich die struktural-formale Seite der Q. vor allem in Top-down-Prozessen äußert, da Prozesse zur Sicherung und Verbesserung von Qualität im Allgemeinen durch die Führungsebene vorgegeben und implementiert werden. I. Ggs. dazu wird die organisationspsychol.-kult. Ebene als Bottom-up-Prozess verstanden, indem die Wichtigkeit des Commitment, der Verantwortung (Verantwortungsübernahme) und der Einstellungen jedes Organisationsmitglieds gegenüber Qualität betont wird, die in ihrer Summe einen wesentlichen Aspekt der Q. darstellen. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die beiden Q.elemente nicht getrennt voneinander existieren, sondern dass zw. diesen gewisse Wechselwirkungen bestehen, die sich in verbindenden Prozessen wie Kommunikation, Partizipation und Vertrauen äußern (Ehlers, 2008; European University Association, 2006). Der Begriff der Q. wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Hierzu zählen u. a. Krankenhäuser, Unternehmen und Hochschulen. Gerade im Hochschulkontext wird seit einiger Zeit zunehmend die Wichtigkeit der Förderung und Entwicklung einer hochschulspezifischen Q. betont (Loukkola & Zhang, 2010). Diesem zunehmenden Bewusstsein stehen bis dato allerdings nur vereinzelte empirische Forschungsarbeiten gegenüber, die sich mit der Operationalisierung des Q.konstrukts auseinandersetzen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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