Rangordnung, soziale

 

(= s.R.) [engl. social hierarchy/rank order], [SOZ], (1) durch Binnengliederung von Gruppen entstehende hierarchische Ordnung der Positionen, denen (dadurch) ein Ort entlang eines Status-Kontinuums zukommt; (2) Soziometrische R., definiert durch die Häufigkeiten der Bevorzugungen und Ablehnungen der einzelnen Gruppenmitglieder (Höhn & Seidel, 1969); (3) die Stellung in der Geschwisterreihe kann als s.R. dargestellt werden (Adler); (4) Prestige und Machtzuschreibung (Macht) oder -verteilung an Stände, Schichtungen oder Klassen in einer Kultur (davon abgeleitet: Status, sozioökonomischer). Ein Bsp. für (1), s.R. als Produkt des Gruppenbildungsprozesses, ist die Hackordnung auf dem Hühnerhof (Schjelderup-Ebbe). Die Schlussfolgerungen aus ähnlichen Beobachtungen bei Primaten sind wahrscheinlich voreilig, wie Kolato durch die Sammlung sich widersprechender Befunde belegt. Danach habe die Rangordnung bei Primaten keine entspr. soziale Funktion. Beim Menschen kann der Status (wie die Position) verliehen oder erworben sein (Linton). Eine Person kann mehrere versch. hohe Status haben, je nach dem sozialen System, das man in Betracht zieht, die s.R. nach dem beruflichen, dem auf Freizeit und Hobby bezogenen, dem ökonomischen oder dem bildungsmäßigen Rangordnungssystem. Die Begriffe der s.R. unter (1), (4) und evtl. (2) bestimmen jenen von Kluth (1957) gemeinten Status des Menschen, der das tragende Element seines Daseins, seines Selbstvertrauens und seiner Sicherheit ist. Hoher Status ist meist mit Toleranz gegenüber Normabweichungen verbunden (Idiosynkratischer Kredit, Hollander, 1958). Eine Person mit hohem Status wird (1) bewundert, (2) mit Ehrerbietung behandelt, (3) nachgeahmt, (4) als anregend und (5) als Mittelpunkt der Anziehung erlebt (Benoit-Smullyan, nach Hartley & Hartley, 1955). Für die s.R. als sozioökonomische Statusverteilung werden versch. amerikanische Messmethoden von Moore (1969) revidiert, der feststellt, dass wegen der Möglichkeit, mehreren Gruppen anzugehören, dieses Maß häufig kein Verhaltensprädiktor sei; Standes-(Klassen-)Zugehörigkeit ist also eine nur wenig analysierte soziologische, keine ps. Bedingung für das Verhalten. Streben nach Status und Statusverlust sind dagegen wichtige ps. Aspekte (Hartley & Hartley, 1955). Prestige, soziales, Rolle.

Referenzen und vertiefende Literatur

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