Real-Selbst

 

(= R.) [engl. real self; lat. realitas Wirklichkeit], [EM, SOZ, PER], syn. Aktual-Selbst, wahres Selbst, ist ein Bereich des Selbst, der mit Emotionen, Kognitionen, Motivationen und Handlungen (Handlung, Verhalten) des Individuums zus.hängt. Das R. wird nach der Selbstdiskrepanztheorie (Selbstdiskrepanz) von Higgins (1987) sowohl mit dem Ideal-Selbst als auch mit dem Soll-Selbst (engl. ought self) konfrontiert. In der narzisstischen Selbstregulation (Narzissmus) wird z. B. zw. implizitem Selbstwert und explizitem Selbstwert unterschieden. Während impliziter Selbstwert automatischen Prozessen unterliegt und eher unbewusst abläuft, beruht expliziter Selbstwert auf Selbstwissen und ist eher bewusst. Taxonomisch lassen sich vier Gruppen von Individuen ableiten, bei denen expliziter und impliziter Selbstwert in Diskrepanz oder in Kongruenz zueinander stehen: Individuen, deren Selbstwertgefühl niedrig implizit/niedrig explizit (Gr. 1), niedrig implizit/hoch explizit (Gr. 2), hoch implizit/hoch explizit (Gr. 3) bzw. hoch implizit/niedrig explizit (Gr. 4) ist. Klassische, d. h. «offene» Narzissten lassen sich der zweiten Gruppe zuordnen. Der implizite Selbstwert kann nach Bierhoff & Herner (2009, 143) als genauso genuin bez. werden wie der explizite Selbstwert. Inwieweit der implizite Selbstwert dem R. des Narzissten entspricht, hängt davon ab, ob sich das Selbst in seiner Entwicklung ein Mindestmaß an Autonomie hat bewahren können oder nicht (vgl. Campbell & Miller, 2011).

Referenzen und vertiefende Literatur

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