Realität, psychische; psychoanalytisch

 

(= psych. R.), [KLI], Das in der​ psychodynamischen Theorie (Psychodynamik, Psychoanalyse) und Krankheitslehre zentrale Konzept der psych. R. beschreibt in Abgrenzung zur äußeren, faktischen Realität die innere unbewusste Seelentätigkeit des Einzelnen, beruhend auf unbewussten Wünschen und den daraus hervorgehenden Phantasien (Unbewusstes). Mit der Verwerfung der sog. Verführungstheorie (Freud, 1897), in der Freud die Entstehung der Hysterie zunächst noch auf reale «tatsächlich vorgefallene», passiv erlittene Sexualerfahrungen im Kindesalter zurückführte, gewann die Phantasie zunehmend an Bedeutung für das Verständnis der Entstehung von Neurosen und wurde zum wichtigsten Bestandteil der psych. R.  Freud (1916/1917b) erkannte, dass innere Vorgänge, insbes. die Phantasien, nicht weniger bedeutsam für die Bildung der Neurose sind, als wenn das Individuum den Inhalt der Phantasien tatsächlich erlebt hätte. ​Die psych. R. kann vom Subjekt demnach ebenso real «erlebt» werden wie die äußere Realität. In der Theorie Freuds ist das Unbewusste «das eigentlich reale Psych.» (Freud, 1900, 617). Die innere unbewusste Realität ist insofern vergleichbar mit der äußeren Realität, als dass uns beides «durch die Daten des Bewußtseins ebenso unvollst. gegeben [sei] wie die Außenwelt durch die Angaben unserer Sinnesorgane» (Ebd. 617 f.).

Referenzen und vertiefende Literatur

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