Recency-Effekt

 

[engl. recency effect; recency Neuheit], syn. Rezenzeffekt, [KOG], der Recency-Effekt ist ein Gedächtnisphänomen. Er bezieht sich auf die serielle Positionskurve und tritt sowohl bei freiem Recall als auch bei seriellem Recall (Gedächtnisprüfung) auf. Der Recency-Effekt besagt, dass die letzten Items einer zu behaltenden Liste häufiger korrekt wiedergegeben werden als Items aus der Listenmitte. Beim freien Recall ist der Recency-Effekt stärker ausgeprägt als beim seriellen Recall. Die Erklärungen für den Recency-Effekt unterscheiden sich je nach Recall-Anforderung. Da Pbn im freien Recall die Items in beliebiger Abfolge wiedergeben können, beginnen sie die Wiedergabe meist mit den zuletzt dargebotenen Items. Der Recency-Effekt im freien Recall wird deshalb häufig auf den Umstand zurückgeführt, dass die letzten Items noch im Kurzzeitgedächtnis repräsentiert sind. Allerdings steht diese Erklärung im Widerspruch zu einer Reihe exp. Befunde, etwa dem Umstand, dass der Recency-Effekt nicht verschwindet, wenn das Kurzzeitgedächtnis mit einer Sekundäraufgabe ausgelastet wird oder wenn auf die Darbietung der Liste ein gefülltes Intervall folgt, das Rehearsal-Prozesse unterbindet, die zur Aufrechterhaltung der im Kurzzeitgedächtnis repräsentierten Information erforderlich wären (Engelkamp & Zimmer, 2006). Im seriellen Recall stehen entspr. Kurzzeitrepräsentationen für die letztgenannten Items nicht zur Verfügung. Deshalb ist der Recency-Effekt hier auch geringer ausgeprägt. Man nimmt an, dass der Erinnerungs- bzw. Behaltensvorteil hier v. a. deshalb auftritt, weil die am Ende der Liste befindlichen Items die Liste begrenzen. Das gilt v. a. für das letzte Item. Bei auditiver Darbietung ist dieser auf Distinktheit beruhende Zugewinn bes. groß, weil dem letztgehörten Item eine Stillephase folgt. Diesen auditiven Behaltensvorteil nennt man deshalb auch auditiven Recency-Effekt (bzw. Modalitäts-Effekt). Ein auditiver Recency-Effekt findet sich sowohl für unverbundene Listen von Wörtern, Buchstaben und Ziffern als auch für Sätze und kurze Texte (Rummer et al., 2011). kognitive Fehler.

Referenzen und vertiefende Literatur

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