Redundanter-Zielreiz-Effekt

 

(= R.) [engl. redundant target effect, redundant signals effect; lat. redundare etw. im Überfluss haben], [BIO, KOG], bez. den Reaktionszeitvorteil von Reaktionen auf mehrfache Zielreize gegenüber Reaktionen auf einen einzelnen Zielreiz. Der R. wurde sowohl bei unimodalen als auch multimodalen Reizen beobachtet und kann in Einfachreaktionsaufgaben, Go/No-Go-Aufgaben und Wahlreaktionsaufgaben nachgewiesen werden. Ist die Höhe des R. mit der Wettlaufungleichung vereinbar, spricht dies für eine Verarbeitung der redundanten Zielreize nach dem Wettlaufmodell. Wird die Wettlaufungleichung hingegen verletzt, spricht dies für eine Verarbeitung der redundanten Zielreize nach Koaktivierungsmodellen. Split-Brain-Pat. (Split-Brain-Forschung) zeigen einen besonders großen unimodalen visuellen R. sowie eine ausgeprägte Verletzung der Wettlaufungleichung, wenn jew. ein Reiz im rechten und linken Gesichtsfeld dargeboten wird. Dieser Befund hat zu einer Neubewertung der Funktion des Corpus callosum und der Interaktion der beiden Hemisphären (Hemisphärenspezialisierung, Lateralität) geführt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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