Reflexbogen

 

(= R.) [engl. reflex arc/circuit], [BIO, KOG], das Schema der anatomischen Grundlage des Reflexes, d. h. die sensorischen neuronalen und effektorischen Stationen, die beim Ablauf eines Reflexes nacheinander aktiviert werden. Die vom Rezeptor (z. B. Sinnesorgan) bei Reizung ausgehende Erregung wird über afferente (Afferenz) zentripetale, sensible Fasern zu einem Reflexzentrum (Interneurone im ZNS Rückenmark; Nervensystem) geleitet. Dort erfolgt Umschaltung auf den efferenten (Efferenz) zentrifugalen Nerv (motorische Einheiten, Motorneuron), der die Erregung zu dem ausführenden Erfolgsorgan, dem Effektor (z. B. Muskel), führt, s. Abb. Die Zahl der Interneurone ist sehr unterschiedlich; beim monosynaptischen Dehnungsreflex ist als einzige Ausnahme der afferente Schenkel (über eine Synapse) direkt mit dem efferenten Schenkel gekoppelt. Die Latenzzeit des Reflexes hängt einerseits von der Leitungsstrecke im afferenten und efferenten Schenkel ab, andererseits auch von der Zahl der Interneurone im Reflexzentrum. Für die Konstanthaltung der Gelenkstellung, z. B. des Knies, sind vier R. verantwortlich, die bei einer von außen erzwungenen Änderung aktiv werden und die insges. dazu dienen, die Änderung weitgehend rückgängig zu machen, also die (willentlich) vorgegebene Muskellänge konstant zu halten. Zus. bilden diese (reziprok und antagonistisch arbeitenden) R. das Längen-Kontroll-System des Muskels. Als vegetativer R. wird die synaptische Verschaltung zw. Afferenzen und vegetativen Efferenzen auf spinaler segmentaler Ebene des Rückenmarks bez. Er hat jew. insges. mind. drei Synapsen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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