Reflexionstraining, klinisches

 

(= k.R.) [engl. clinical reflection training; lat. re- zurück,  flectere beugen], [GES], ist eine Ausbildungsintervention für Med.studenten im klin. Abschnitt der Ausbildung. Mit den meth. Zugängen von Reflexion (Reflexion, kognitionspsychologisch) und Kommunikation werden auf die eigene Person bezogene oder interpersonelle sowie ethische Problemstellungen (wie moralische Konflikte, Umgang mit schwierigen Pat. oder Kollegen, eigene Defizite, Umgang mit Idealen und Realität) aus der klin. Praxis in einer Klein-Gruppe bearbeitet. Dabei werden sowohl der Situation als auch der eigenen Person gemäße Umgangsweisen entwickelt. Die Gruppe wird von einem Leiter, der einerseits Felderfahrung im med. Bereich, andererseits aber auch psychol. und Gruppen-Erfahrungen hat, geleitet. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht die Expertise des Leiters, sondern die aktiven Reflexionsbemühungen der Studenten und die Kommunikation untereinande. Mithilfe vorstrukturierter Lern- und Übungsschritte lernen die Studenten, (1) Schwächen, Konflikte, Lernbedarf wahrzunehmen und damit Situationen zu identifizieren, die Reflexionsbedarf zeigen; (2) über solche persönlichen Themen mit Kollegen zu sprechen, (3) neue kognitive und affektive Perspektiven auf die eigene Person und das Gegenüber zu entwickeln, dadurch (4) ein differenzierteres und vertieftes Verständnis zu entwickeln. Aus diesem vertieften Verständnis werden (5) kreative Handlungsoptionen entwickelt und diese (6) im akt. klin. Alltag angewandt, was (7) zu einer Lernerfahrung oder zu einer erneuten Reflexionsspirale führen kann. Die Erfahrung der Erleichterung einer vormals schwierigen Situation kann zu erhöhter Selbstwirksamkeit (Selbstwirksamkeitserwartung) führen, jedoch auch zu dem Erleben, welchen Stellenwert das Trainieren von Reflexion und Kommunikation auf dem Weg der Professionalisierung (Professionalisierung, ärztliche) haben. Das k.R. intendiert die Erleichterung der Professionalisierung, die Verringerung von Stress und die Verbesserung der Patientenversorgung (Patientenorientierung). In den vorstrukturierten Lern- und Übungsschritten wird die Verfeinerung der Wahrnehmung, der Einbezug nicht kogn. Wahrnehmungsinhalte, Perspektivenübernahme, soziales Lernen, Aushalten von Unsicherheit und Ambivalenz trainiert.

Referenzen und vertiefende Literatur

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