Rehabilitationspsychologie

 

(= R.) [engl. rehabilitation psychology], [GES, KLI], Teilgebiet der Klinischen Ps. und eine zentrale Disziplin der Rehabilitationswiss. Sie beschäftigt sich mit den psych. und psychosozialen Folgen insbes. chronischer körperlicher Erkrankung (chronische Erkrankungen) und Behinderung und deren Prävention und Behandlung (Intervention, auch Somatopsychologie). Zielsetzungen einer Ps. in der Rehabilitation liegen in der Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung, der Reduktion von psychosozialen Belastungen (Belastung, psychische) und der Versorgung von psychischen Störungen (somatopsychische Komorbidität) bei den Rehabilitanden und deren Angehörigen. Ps. Maßnahmen zielen auf eine Stärkung der Veränderungsmotivation (Therapiemotivation) und eine Änderung eines gesundheitlich risikoreichen Lebensstils (Risikoverhalten, gesundheitsbezogenes) und schließen damit auch die Prävention einer potenziell drohenden Behinderung oder einer Chronifizierung mit ein. Die R. stellt ein angewandt-psychol. Tätigkeitsfeld dar, das in Dt. insbes. in der med. Rehabilitation, aber auch innerhalb von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und zum Leben in der Gemeinschaft besondere Bedeutung erfährt. Überschneidungen der R. bestehen insbesondere zur Verhaltensmedizin, Gesundheitspsychologie, Medizinischen Psychologie und Psychosomatik (Rehabilitation, psychosomatische). In den angloamerik. Ländern versteht sich die R. primär als angewandte Neuropsychologie. Rehabilitationspsychologen arbeiten in stationären und ambulanten Rehabilitationseinrichtungen für chronisch Kranke (z. B. Herzerkrankung, koronare, Tumorerkrankung, psychosoziale Belastung), im Konsiliardienst (Konsiliar- und Liaisonarbeit) von Akutkrankenhäusern und in psychosomatischen Rehabilitationskliniken.