Reichweitenangst

 

(= R.) [engl. range anxiety], auch: Reichweitenstress, [EM], bez. die Furcht, mit einem Fahrzeug aufgrund der möglicherweise zur Erreichung des angestrebten Zieles nicht mehr ausreichenden Treibstoffmenge liegenzubleiben. R. wird insbes. im Zus.hang mit akt. batterieelektrischen Fahrzeugen gesehen, deren Reichweite im Vgl. zu konventionellen Fahrzeugen häufig ungewohnt niedrig ist. Die R. gilt neben den Anschaffungskosten und der Infrastruktur als ein wichtiges Hindernis für den Markthochlauf der Elektromobilität. Technische Maßnahmen zur Reduzierung der R. beziehen sich u. a. auf die Ladeinfrastruktur sowie auf die Optimierung der Anzeige der noch verfügbaren Restreichweite im Fahrzeug z. B. durch die Einbeziehung der Topografie der geplanten Route. Teilweise werden auch vom Fahrzeug Reserven in der Batterie vorgehalten oder es können Strom erzeugende Hilfsaggregate als Reichweitenverlängerer [engl. range extender] zugeschaltet werden. Coping-Strategien zum Umgang mit R. werden mit einem Kontrollprozess in Verbindung gebracht, bei dem ein Mobilitätsbedürfnis, d. h. die noch zu fahrende Strecke, und die knappe Ressource der verfügbaren Strommenge eine entspr. Veränderung der Fahrweise und damit auch der angezeigten Restreichweite bewirkt. Fahrer versuchen, ausgehend von der im Alltag durchschnittlich erreichbaren Reichweite einen Sicherheitspuffer im Bereich von ca. 20–25% zu halten. Die Größe dieses Sicherheitspuffers ist indiv. unterschiedlich und hängt von der Erfahrung mit dem Fahrzeug sowie möglicherweise von der jew. Stressresistenz ab (Franke et al., 2012). Neben technischen und psychol. Komponenten der R. werden auch rhetorische Aspekte diskutiert in dem Sinne, dass R. als Begründung für die Ablehnung der Elektromobilität als neue Form der Mobilität gesehen werden kann (Noel et al., 2019).

Referenzen und vertiefende Literatur

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