Reminiszenz

 

(= R.) [engl. reminiscence; lat. reminiscere sich besinnen], [KOG], Erinnerung, Wiedererinnern. Bez. für den Lernerfolgsanstieg (bei einer teilweise erlernten Aufgabe, Lernerfolg), der auf eine eingeschobene Ruhepause zurückzuführen ist. Die R. ist u. a. abhängig von der Pausenlänge, vom Lernniveau vor der Pause und vom Grad der Massierung der Übung vor der Pause. Die R. wird auch als Spezialfall der altbekannten Erfahrung bez., dass bei verteilter Übung mit Pausenfolgen bessere Leistungen erzielt werden als bei massierter Übung. R. kann damit auch als die Wirkung einer einzigen Pause gesehen werden. Das Ballard-Williams-Phänomen (beschrieben von Ballard 1913 und bestätigt von Williams 1926), wobei Gelerntes nach längerem zeitlichen Abstand seit der Einübung besser reproduziert werden kann als nach Abschluss des Lernens, wird gelegentlich auch als R. bez., verdient dies nach Hovland aber nicht, weil sich innerhalb des Abstandes vom Gelernten Gelegenheit zum Nachlernen bietet. Das Ward-Hovland-Phänomen mit Leistungsanstieg nach einem Intervall von zwei bis zehn Minuten wird als echter Reminiszenzeffekt bewertet. Für die Erklärung der R. wird angenommen, dass die Phänomene Ermüdung und Perseveration eine Rolle spielen. (Die Pause bedeutet eine Erholung gegenüber der Ermüdung und die Perseveration die Fortführung des Lernprozesses.) Zur Deutung der R. kommen auch die von Hull eingeführten Hemmungskonstrukte hinzu: reaktive Hemmung und konditionierte Hemmung. Eysenck (1965) versucht, die R. mit einer Dreifaktorentheorie zu erklären.

Verwendete Literatur

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