Respirations-assoziiertes evoziertes Potenzial

 

(= RREP) [engl. respiratory-related evoked potential; lat. respirare ausatmen], [BIO, DIA], ereigniskorreliertes Hirnpotenzial, welches in Abhängigkeit zu einem respiratorischen Ereignis im EEG (Elektrodiagnostik) gemessen wird. I. Ggs. zu Herzschlag-evozierten Potenzialen, die ausschließlich auf den internen Prozess des Herzschlags zurückgehen, besteht das respiratorische Ereignis immer aus einem externen Stimulus, wie einem Einatmungs- oder Ausatmungsverschluss, der respiratorisch-interozeptive Empfindungen (Interozeption) auslöst. RREPs bestehen aus frühen Komponenten, wie Nf und P1, die eher frühe respiratorisch-interozeptive Verarbeitungsprozesse und Stimulus-Charakteristika reflektieren, sowie späteren Komponenten, wie N1, P2 und P3, die mit interozeptiven Verarbeitungsprozessen höherer Ordnung, einschließlich Aufmerksamkeit und affektiver Reaktivität, assoziiert sind (Leupoldt et al., 2013). Als mögliche kortikale Generatoren der RREPs werden der Frontalkortex, der sensomotorische Kortex und der Parietalkortex diskutiert (Gehirn). Die Amplitude der RREPs sind mit der indiv. Wahrnehmungsschwelle von Atemwiderständen assoziiert, was ein wichtiges Argument für die Validität der RREPs als neurophysiol. Indikator respiratorischer Interozeption ist (Davenport et al., 2007). RREPs sind verändert bei schweren respiratorischen Krankheiten, wie z. B. lebensbedrohlichen Verläufen bei Asthma, oder auch bei Angststörungen, wie z. B. der generalisierten Angststörung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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