Riva-Rocci-Verfahren

 

[engl. Riva-Rocci method], von S. Riva-Rocci 1896 erfunden, auch: Sphygmomanometer oder auskultatorische Methode, [DIA, BIO], es wird eine aufblasbare Armmanschette mit Druckmesser (= Sphygmomanometer) sowie ein Stethoskop benötigt. Über die Armmanschette wird zunächst ein Druck auf den Oberarm appliziert, der den zu erwartenden max. arteriellen Blutdruck bei Blutauswurf (= systolischer Blutdruck) übersteigt. Mit dem Stethoskop wird die Brachialarterie unterhalb der aufgeblasenen Armmanschette abgehört. Der Druck wird nun kontinuierlich aus der Manschette abgelassen. Unterschreitet der Druck in der Manschette den systolischen Blutdruck, werden über das Stethoskop die sog. Korotkow-Geräusche wahrgenommen. Während dieser Phase überschreitet der Blutdruck den Manschettendruck nur während des Auftretens der arteriellen Pulswelle. Der diastolische Blutdruckwert ist der geringste Wert des arteriellen Blutdrucks, der meist kurz vor dem Auftreten der nächsten Pulswelle gemessen wird. Unterschreitet der Manschettenwert ebenfalls den diastolischen Blutdruckwert, verschwinden die Korotkow-Geräusche wieder. Beide Schwellenwerte werden häufig manuell notiert und sind daher fehleranfällig. Das Verfahren basiert auf einer Methode, die von dem ital. Arzt Scipione Riva-Rocci (1863–1937) entwickelt wurde.