Rotter, Julian B.

 

(1916–2014),  [HIS, EM, PER, SOZ], Julian B. Rotter hat Beiträge zur sozialen Lerntheorie und zu Kontrollüberzeugungen geleistet. Rotter wurde als drittes Kind jüdischer Einwanderer in New York geb. Er studierte Chemie und Ps. am Brooklyn College und dann bei Kurt Lewin an der University of Iowa. Rotter promovierte 1941 an der Indiana University. Geprägt wurde Rotter während seines Studiums durch Lerntheoretiker wie Clark Hull und Kenneth W. SpenceBurrhus F. Skinner und Edward C. Tolman, aber auch durch eine Vortragsreihe von Alfred Adler. Rotter lehrte 17 Jahre an der Ohio State University, später an der University of Connecticut. Rotter bemühte sich, die klass. Lerntheorien mit vorausschauendem Verhalten zu verbinden. Dazu schuf er eine eigene Lerntheorie (soziale Lerntheorien), in der er davon ausging, dass die Erwartungen eines Handlungsergebnisses Auswirkungen auf die Handlungsmotivation haben. Rotters Unterscheidung von Personen, die Erfolge und Misserfolge internal oder external attribuieren (locus of control), führte zu einer relevanten Persönlichkeitsdimension und entspr. diagn. Verfahren zur Erfassung der Kontrollüberzeugungen (Rotter, 1966). Ein weiteres Konstrukt aus der sozialen Lerntheorie von R. ist die generalisierte Erwartungshaltung des Vertrauens (interpersonelles Vertrauen), das zu entspr. Tests (Rotter, 1967) und zu Untersuchungen in vielen Anwendungsbereichen (Politik, Institutionen, Unternehmen, Schule usw.) führte. Rotter wurde vielfach ausgezeichnet. Er starb 2014 im Alter von 97 Jahren.

Referenzen und vertiefende Literatur

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