Rubikonmodell der Handlungsphasen

 

(= R.) [engl. Rubicon model of action phases; Rubikon Grenzfluss in Italien der von Caesars Truppen 49 v. Chr. überschritten wurde. Dies implizierte eine Kriegserklärung], [EM], wurde entwickelt, um im Ggs. zu traditionellen Motivationstheorien die Auswahl von Zielen von deren Realisierung zu unterscheiden (Gollwitzer, 2012; Heckhausen & Gollwitzer, 1987). Das R. versucht Antworten auf Fragen zu geben wie: Wie wählt eine Person ihre Ziele aus? Wie wird deren Realisierung geplant? Wie werden diese Pläne durchgeführt? Wie bewertet eine Person die Ergebnisse ihrer Handlungen? Somit beschreibt das R. das Verfolgen von Zielen und dadurch den Handlungsverlauf als das Lösen von vier aufeinanderfolgenden Aufgaben. Diese Aufgaben beinhalten die Wahl eines potenziellen Ziels aus einer Vielzahl von (noch nicht realisierten) Wünschen, das Planen der Umsetzung dieses Ziels (z. B. durch Vorsätze (Intention); Intentionstheoretischer Ansatz), die Durchführung von Handlungen, die für das Ziel relevant sind, und schließlich das Bewerten der Konsequenzen dieser Handlungen im Hinblick auf die Zielerreichung.

Entsprechend postuliert das R. folgende vier Phasen der Zielverfolgung: Prädezisionale Phase: Abwägen von Vor- und Nachteilen noch nicht realisierter Wünsche. Hier werden zuerst die Wünschbarkeit wahrscheinlicher Folgen möglicher Zielsetzungen und die Erreichbarkeit dieser Ziele genau durchdacht. Postdezisionale Phase: Planen, wann, wo und mit welchen Mitteln die Realisierung des Ziels versucht werden soll. Eine Person entscheidet, wann, wo und auf welche Art und Weise gehandelt werden soll, damit das Erreichen des erwünschten Ziels möglich wird. Aktionale Phase: Ausführen der in der postdezisionalen Phase geplanten Handlungen. Diese Handlungen sollen es erlauben, das Ziel zu erreichen. Postaktionale Phase: Bewerten der Folgen der in der aktionalen Phase durchgeführten Handlungen. Es wird geprüft, inwieweit das ursprünglich gesetzte Ziel tatsächlich erreicht wurde und welche Handlungen noch auszuführen sind, um den Handlungsverlauf zum gewünschten Abschluss zu bringen. Motivation, Volition.

Verwendete Literatur

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