Salienz

 

(= S.) [engl. salience; lat. salire springen], [SOZ], Bedeutsamkeit, das Hervortreten, z. B. von Merkmalen bei einer Person.

[KOG], Metapher.

[WA], visuelle S. bez. die Deutlichkeit von visuellen Reizen. Im dominierenden Salienzmodell (= SM.) von Itti et al. (1988) wird sie im zweidimensionalen Bild als stellenweise lokale Merkmalsabweichung in den Merkmalen Farbe (mit einem Blau-Grün- und einem Rot-Gelb-Kanal), Luminanz und Orientierung berechnet. An jeder Bildstelle werden diese Merkmalsdifferenzen berechnet, normalisiert und addiert. So entsteht eine räumliche S.karte, in der Regionen mit hohen summierten Merkmalsdifferenzen hohe S.werte aufweisen. Das SM. wird verwendet, um die spontane Zuwendung der Aufmerksamkeit und des Blicks zu erklären. Nach dem SM. ziehen saliente Bildregionen die Aufmerksamkeit und den Blick bottom-up, also absichtsunabhängig an. Bspw. würde eine gelbe Plastikente in der weißen Badewanne salient erscheinen. Das visuelle SM. wurde durch physiol. Ergebnisse inspiriert, die eine hirnseitig frühe und nach Merkmalen getrennte Verarbeitung visueller Merkmalsdimensionen, wie Farbe oder Form, belegen. Das SM. von Itti et al. wurde mehrfach adaptiert. So gibt es etwa eine Version, in der visuelle Bewegung zu den salienten Merkmalen zählt. Andere Arbeitsgruppen haben andere Vorschläge zur Def. und Berechnung von S. gemacht.

Referenzen und vertiefende Literatur

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