Scham

 

(= S.) [engl. shame], [EM], ist eine neg. Emotion, die entsteht, wenn man das Gefühl hat, best. Werten, Normen, Regeln oder Ansprüchen nicht gerecht geworden zu sein. Sie geht mit physiol. Reaktionen wie Erröten und mit charakteristischen Verhaltensweisen einher, die dem Wunsch entspringen könnten, sich unsichtbar zu machen. Wenn man sich schämt, schlägt man die Augen nieder, senkt den Kopf oder bedeckt das Gesicht mit den Händen. Man möchte sprichwörtlich im Boden versinken. S. gehört zu den selbstbezogenen Emotionen (Emotionen, sekundäre), die erst ab etwa der Mitte des zweiten Lebensjahrs entstehen. Erst ab diesem Zeitpunkt entwickeln Kinder ein Konzept von sich selbst, werden sie sich ihres Selbst bewusst. Dies kann man z. B. dadurch feststellen, dass sie sich selbst im Spiegel erkennen (Selbstkonzept, Entwicklung, Rouge-Test). In der Leistungsmotivationsforschung (Leistungsmotivation) geht man davon aus, dass S. vor allem dann entsteht, wenn Misserfolg auf internale Faktoren, insbes. mangelnde Fähigkeit, zurückgeführt wird (Kausalattribution).

Referenzen und vertiefende Literatur

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