Schattenwirtschaft

 

(= S.) [engl. shadow economy], [WIR], bezieht sich im weitesten Sinne auf alle wirtschaftlichen Tätigkeiten, die außerhalb der stat. erfassten Wirtschaft stattfinden. Die exakte Zuordnung wirtschaftlicher Aktivitäten zur S. variiert in der Literatur: Meist werden illegale Aktivitäten (z. B. Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung) und legale Aktivitäten, (z. B. Nachbarschaftshilfe) unterschieden. Das Ausmaß und die Entwicklung der S. kann mittels direkter (z. B. Prüfungen, Befragungen) oder indirekter (z. B. Analyse von Arbeitsmarkt- und anderen Indikatoren, Simulationen) Methoden best. werden. Da die Anwendung direkter Methoden nur unzureichend Informationen über das Ausmaß nicht erfasster wirtschaftlicher Aktivitäten liefern kann, werden häufig versch. Indikatoren zur Schätzung der S. herangezogen (Schneider, 2011). Unter anderem geben der veränderte Bargeldumfang in der Wirtschaft, die Variation im Verbrauch von Elektrizität oder die Differenz zw. Haushaltseinnahmen und -ausgaben Auskunft über die Veränderung der Höhe der S. Aus ökonomischer Sicht steigt das Ausmaß an S., wenn die damit verbunden Aktivitäten im Vergleich zu offiziellen Aktivitäten profitabel sind und demnach die Einnahmen hoch, aber die möglichen Kosten (z. B. Strafen) gering sind. Als Ursachen für S. werden häufig steuerliche Belastungen, hohe Sozialversicherungsabgaben, Arbeitslosigkeit sowie steigende staatliche Regulierung der offiziellen Wirtschaft und komplexe Bürokratie genannt. Die Forschung über die S. konzentriert sich vor allem auch auf die Thematik der Steuerhinterziehung, also darauf, dass Individuen oder Unternehmen auf illegale Weise weniger Steuern zahlen, als das Gesetz vorschreibt (Kirchler, 2007). Wirtschaftskriminalität.

Referenzen und vertiefende Literatur

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