Schichtentheorie

 

(= S.), [HIS, PER, PHI], die auf Plato [engl. Plato's tripartite soul], zurückgehende Vorstellung, dass das Seelische in übereinandergelagerte Schichten aufgegliedert sei, und die von Aristoteles vertretene Annahme, dass das gesamte Sein fünfschichtig sei (Materie, Dinge, Lebewesen, Seele und Geist), wurde in der Neuzeit unter mehreren Aspekten wieder aufgenommen. Aus phil. Sicht besteht nach der Ontologie von Nicolai Hartmann der Aufbau des Kosmos aus anorganischen, organischen und geistigen Schichten, wobei die jew. «niedrigere Schicht» die höhere zwar trägt, aber auch wechselseitige Abhängigkeiten angenommen werden (Kategorienlehre). Aus psychoanalytischer Sicht bilden Bewusstes, Vorbewusstes und Unbewusstes Schichten der Psyche (Persönlichkeitstheorien, psychoanalytische). In der dt.sprachigen Ps. waren S. von Lersch, Werner (1953) und Rothacker (1938) einflussreich, über die sich Eysenck (1959) kritisch äußerte. Seitdem hat es keine bekannteren Versuche mehr gegeben, eine umfassende S. für die Persönlichkeit zu formulieren, auch wenn der Schichten-Gedanke sich in Unterscheidungen wie z. B. Grundeigenschaft vs. Oberflächeneigenschaft bei Raymond Cattell, basic tendencies versus characteristic adaptations in der Fünf-Faktoren-Theorie von McCrae & Costa (2008) (Fünf-Faktoren-Modell; charakteristische Adaptationen (cA)) oder human nature, dispositional traits, characteristic adaptations von McAdams & Pals (2006) wiederfinden lässt.

Verwendete Literatur

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