Schuleintritt, gesundheitsrelevante Aspekte

 

[engl. school entry, health-related aspects], [EW, GES, PÄD], der Schuleintritt (= S.) stellt Kinder vor neue psychosoziale Anforderungen, deren Bewältigung (Coping) sich mittelbar und unmittelbar auf ihre Gesundheit auswirkt. Der Ausbau kogn., emot., motivationaler und sozialer Kompetenzen ist eine mit dem S. verbundene Entwicklungsaufgabe. Eine wesentliche neue Anforderung ist das im Vergleich zum Kindergarten oder der Betreuung im familiären Kontext weniger individualisierte und unflexiblere Regelsystem der Schule. Schulunterricht ist stärker strukturiert und die Mitarbeit erfordert lange Aufmerksamkeitsspannen (Gesundheit im Vorschulalter). Zugleich wächst die Bedeutung von Leistungsbewertungen. Spätestens mit der Vergabe von Schulnoten fallen damit interindiv. Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und der soziale Vergleich stärker ins Gewicht.

Die neuen schulbezogenen Anforderungen prägen die allg., schulischen und sozialen Selbstwirksamkeitserwartungen, die mit der Gesundheit und dem Gesundheitsverhalten von Kindern in direktem Zusammenhang stehen. Negative Selbstwirksamkeitserwartungen führen zu einem erhöhten Stresserleben und erhöhen das Risiko für körperliche Beschwerden (wie Kopf- und Bauchschmerzen) sowie psych. Erkrankungen (z. B. Angst, Depression). Zugleich werden maladaptive Kompensationsversuche wahrscheinlicher, die sich auch in Form von gesundheitsbezogenem Risikoverhalten (z. B. ungünstige Ernährung, mangelnde Bewegung, Alkoholkonsum) zeigen können. Gelingt im schulischen Kontext dagegen der Aufbau hoher Selbstwirksamkeitserwartungen, wird ein bedeutsamer Resilienzfaktor gestärkt.

Verwendete Literatur

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