Scripted Reality

 

(= S.) [engl.] Drehbuch-Realität/Pseudo-Dokumentation, [MD], als S. wird ein Fernsehformat charakterisiert, dessen Inhalte dokumentarisch und als reale Geschehnisse dargestellt werden, deren Handlungsverlauf jedoch narrativ durch ein Drehbuch vorgegeben ist. Gescriptete Formate simulieren Realitätsbeobachtungen in einer Form wie sie in nonfiktionalen Dokumentationen den Mediennutzern vertraut sind. Bei einer eng gefassten Def. von S. handelt es sich um die «Fiktionalisierung erzählender Formen der Realitätsunterhaltung» (Weiß & Ahrens, 2012), wobei hier insbes. die Fiktionalisierung von Doku-Soaps gemeint ist. I. d. S. kann S. als eine Weiterentwicklung des Reality-TV gesehen werden, das versucht, den Unterhaltungswert durch fernsehgerechte Spannungsbögen, Übersteigerungen und Dramatisierung erzählerisch auszuschmücken. S.-Formate entstehen i. d. R. unter kostengünstigen Produktionsbedingungen, als Darsteller finden zumeist gecastete Laien Verwendung. S. – als gescriptete Darstellung realen Geschehens – wird für die sie rezipierenden Mediennutzer als in ihrer Wirkung problematisch diskutiert, wenn Rezipienten den fiktionalen Charakter entspr. Medienangebote nicht erkennen können (Kultivierungseffekte). I. R. der Fernsehprogrammforschung wird die hiermit verbundene Aufhebung der Trennung zw. Information und Unterhaltung sowie die v. a. bei den privat-kommerziellen Fernsehanbietern feststellbare Zunahme dieser Formate im Gesamtprogramm kritisch beobachtet.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.