Selbstinfiltration

 

(= S.) [engl. self-infiltration; lat. in- hinein, filtrare dringen, saugen], [EM], beschreibt den Prozess, bei dem Erwartungen anderer Personen als eigene Ziele fehlinterpretiert werden und mit wenig intrinsischer Motivation verfolgt werden (auch unbewusste Introjektion). Im letzteren Aspekt unterscheidet sich die S. von der Identifikation und Integration, bei der übernommene Ziele stark als zum Selbst gehörig empfunden werden und aufgrund der pos. Besetzung mit hoher Motivation verfolgt werden (autonome Zielverfolgung). In klassischen Experimenten zur S. wählt der Pb aus einer Liste versch. Aufgaben selbst einige aus und bekommt zusätzlich einige Aufgaben aufgetragen. Statt die Aufgaben später auszuführen, soll der Pb dann einen unerwarteten Gedächtnistest durchführen, bei dem er angibt, ob die Aufgabe zuvor selbst gewählt oder zugewiesen wurde. Das Ausmaß der S. wird darüber bestimmt, wie oft der Pb aufgetragene Aufgaben fälschlicherweise für selbst gewählt hält (wobei allg. Gedächniseffekte kontrolliert werden). Dabei zeigt sich, dass sog. bedrohungsbezogen lageorientierte Personen (Lageorientierung), d. h. solche mit geringen Emotionsregulationsfähigkeiten und einer Tendenz zu Rumination, insbes. unter Stress oder neg. Affekt, zu S. tendieren.

Verwendete Literatur

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