Selbstkonzept, altersbedingte Veränderungen

 

[engl. self-concept, age-related changes], [EW, KOG, PER], das Selbstkonzept (= S.; Fähigkeitsselbstkonzept, Selbstbild) ist ein zentrales ps. Konstrukt, das eine kognitive Repräsentation der eigenen Person im Sinne eines Selbstschemas und eine selbst bewertende Komponente bzgl. leistungs- und nicht leistungsbezogene Aspekte integriert. In der Literatur ist die Modellvorstellung eines hierarchisch organisierten S. vorherrschend, bei dem konkrete und einzelne leistungs- und nicht leistungsbezogene Ereignisse und Rückmeldungen sich zu einem höher geordneten, abstrakteren S.-Bereich entwickeln. Die aus der Theorie ableitbare Annahme eines globalen, bereichsübergreifenden S. hat sich in der Forschung nicht immer als fruchtbar erwiesen. Neben intraindiv., sozialen (Bezugsgruppeneffekt; Bezugsgruppe; sozialer Vergleich) und kriterialen Vergleichsprozessen sind ab der mittleren Kindheit auch dimensionale Vergleiche («Ich bin zwar nicht gut in Mathematik, dafür aber umso besser in Sport!») zu beobachten.

Die Entwicklung des S. kann anhand der absoluten Höhe, seiner dimensionalen Struktur und seiner Beziehung zu objektivierbaren Außenkritierien beschrieben werden: Die globale Überschätzung der eigenen Fähigkeiten in den meisten Lebens- und Erlebensbereichen des Kindes, die bis ins Schulalter als normativ anzusehen ist, weicht einer realistischeren Selbstwahrnehmung, die sich in einer kontinuierlichen, absoluten Abnahme des S. in den ersten Schuljahren niederschlägt. Gleichzeitig weist das S. bereits im Kindergartenalter mind. zwei empirisch trennbare Dimensionen auf, nämlich eine eher akademische und eine nicht akademische, die sich im Verlauf der weiteren S.-Entwicklung noch weiter ausdifferenzieren. Schließlich kann bereits ab einem jungen Alter von einer wechselseitigen Beziehung zwischen S. und Leistung ausgegangen werden. Sowohl die Stärke als auch die dominante Richtung des Einflusses zw. S. und Leistung scheinen jedoch im Verlauf der Entwicklung Veränderungen zu unterliegen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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