Selbstmanagement

 

(= S.) [engl. self-management], [KLI], therap. Prinzip, das Menschen dabei unterstützen soll, eigenes Verhalten gemäß den eigenen Zielvorstellungen zu steuern. Dabei sind zwei Ebenen zu unterscheiden, nämlich (1) S. als Ziel: Dies meint, dass es eine grundlegende normative Vorgabe gibt, die besagt, dass Menschen danach streben, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und diese auch realisieren zu wollen. (2) S. als Methode: Gemeint ist damit, dass Menschen dazu befähigt werden sollten, eigenes Verhalten durch den Einsatz von spezif. therap. Strategien zu steuern. Von bes. Bedeutung sind dabei Strategien auf der Ebene der β-Kontrolle, d. h. von Maßnahmen auf der Ebene des Selbstregulationssystems. Kennzeichnend für S. (und zwar für beide genannten Ebenen) sind Prinzipien, die sich den Annahmen eines spez. Menschenbildes zuordnen lassen (Kanfer et al., 2012): Bedeutsames Ziel ist Autonomie und Selbstregulation; Relevanz einer aktiven Rolle von Pat.; Maximierung persönlicher Freiheit; Pluralismus an Werten, Einstellungen und Lebensstilen; Annahme eines ganzheitlichen Modells von Persönlichkeit; Betonung der Dynamik des menschlichen Lebens; Selbstregulation als prinzipiell erlernbare Fähigkeit; therap. Optimismus; Verpflichtung zu einer wiss. Haltung. Bedeutsam für S. ist der Versuch, das Ausmaß an Selbstkontrolle dadurch zu optimieren, dass die Steuerung des eigenen Verhaltens v. a. durch die Ebene der β-Kontrolle übernommen wird. Dies leugnet natürlich nicht die Relevanz von externer bzw. biol.-somatischer Kontrolle, unterstreicht aber die Dynamik des Modells der Selbstregulation. Diagn. Instrumente, die im Bereich S. eingesetzt werden, sind im Verzeichnis diagn. Verfahren im Index aufgeführt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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