Selbstsicherheit, Selbstbehauptung

 

(= S.) [engl. assertiveness, self-assertion], [KLI, PER, SOZ], die Fähigkeit, in def. mikrosozialen Konflikten ohne Angst mit einem adäquaten Verhalten zu reagieren. S. wird auch als soziale Kompetenz bez. und wurde als Gegenbegriff zur sozialen Angst in die Verhaltenstherapie eingeführt. Während früher (Wolpe, 1972) mit S. alles nicht ängstliche Verhalten gemeint war, wird heute eine deutliche Abgrenzung zu aggressivem Verhalten (Aggressivität) vorgenommen. S. ist jedoch nicht nur durch Abwesenheit starker Angst und durch flexibles Verhaltensrepertoire zu kennzeichnen. Vielmehr muss die Fähigkeit zur Diskrimination sozialer Situationen und zur Entscheidung zw. mehreren Verhaltensalternativen hinzukommen. Weiterhin ist eine übergreifende Normorientierung dergestalt nötig, dass sich das Individuum erlaubt, eigene Bedürfnisse zu haben und aktiv für sie einzutreten, ohne dabei andere zu beeinträchtigen oder langfristige Bindungen unmöglich zu machen. Der Begriff S. sollte auf konkrete Situationen und Verhaltensziele bezogen werden. Als situationsübergreifendes Persönlichkeitsmerkmal ist S. empirisch nicht bestätigt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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