Selbstverstärkung

 

(= S.) [engl. self-reinforcement], syn. Selbstbelohnung, -bestrafung, [KLI, KOG], S. ist eine Verstärkungsart, die in Analogie zur Fremdverstärkung bei opperanter Konditionierung entwickelt wurde. Wie die Fremdverstärkung ist S. für die Handlungsausführung (performance) relevant, nicht für den Erwerb (acquisition) der (neuen) Verhaltensweisen. Als motivationale Grundlage für die Handlungsausführung bildet S. allerdings die wirksamste Variante, insofern sie im Konfliktfall nicht nur die stellvertretende Verstärkung (das beobachtete Modell wird verstärkt: Beobachtungslernen), sondern sogar die direkte externe Verstärkung (die lernende Person wird fremdverstärkt) außer Kraft setzt. Damit werden auch Befunde erklärbar, die für behavioristische Verstärkungstheorien Anomalien darstellen, wie etwa der Widerstand in politischen Diktaturen. Nicht zuletzt durch solche existenziell gravierenden Bsp. aus der gesellschaftlichen Realität wird deutlich, dass der S. eine Selbstbewertung (self-evaluation) vorausgeht, die von selbst gesetzten Standards und damit Einstellungen abhängt. Dementspr. ist der Aspekt der S. mittlerweile in umfassenderen Theoriemodellen zur Selbstregulation (Kanfer, 1996; Schunk & Zimmerman, 2013) aufgegangen. Danach stellt die Selbstbewertung das entscheidende Mittelstück zw. vorauslaufender Selbstbeobachtung (self-monitoring) und nachfolg. Reaktion (z. B. S.) dar. Das damit zentrale Konstrukt der Selbstbewertung deckt kogn. wie affektive Dimensionen (bis hin zu moralischen Werthaltungen des Real-Selbst und Ideal-Selbst) ab, von denen aus die Einordnung in übergreifende Theorien der Selbstwirksamkeit (Selbstwirksamkeitserwartung) (self-efficacy) möglich und sinnvoll ist. In dieser zugleich reflexiven und handlungsorientierten Funktion wird die S. neben der Selbstbeobachtung und -bewertung beim Erwerb sowie bei der Aufrechterhaltung von Handlungskompetenzen in der Therapie zunehmend systemat. berücksichtigt und eingesetzt. Selbstkontrolle.

Verwendete Literatur

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