Selbstwirksamkeitserwartung

 

(= S.) [engl. perceived self-efficacy], [EM, GES, KLI, KOG, PÄD], Kompetenzerwartung, ist die subj. Überzeugung, neue oder schwierige Anforderungssituationen aufgrund eigener Kompetenzen bewältigen zu können. Das Konzept beruht auf der sozialkogn. Theorie von Albert Bandura (1986). S. ist eine Kognition, die menschliches Denken, Fühlen (Gefühl) und Handeln (Handlung) beeinflusst. Sie wird benötigt für Aufgaben, deren Schwierigkeitsgrad Anstrengung und Ausdauer erfordern. Personen mit hoher S. sind überzeugt, ihre Umwelt aufgrund ihrer Kompetenzen beeinflussen zu können. Sie gehen schwierige Aufgaben eher an und verfolgen sie mit mehr Ausdauer als dies weniger selbstwirksame Personen tun, wodurch sich S. indirekt auf Leistung auswirkt. S. ist zu unterscheiden von den Fähigkeiten eines Individuums (geringe Fähigkeiten können durchaus mit hoher S. einhergehen und umgekehrt), Konsequenzerwartung, Optimismus und Selbstwert, Fähigkeitsselbstkonzept. Neben diversen handlungsspezif. S. (z. B. schulische S.: «Ich kann mich auch dann motivieren zu lernen, wenn ich eigentlich mehr Lust auf andere Aktivitäten hätte» oder sportspezifische S.: «Ich bin mir sicher, dass ich regelmäßig Sport treiben kann, auch wenn schlechtes Wetter ist») drückt die allg. S. eine optimistische Einschätzung der generellen Lebensbewältigungskompetenz aus («Wenn ein Problem auftaucht, kann ich es aus eigener Kraft meistern»). Hohe S. wurde u. a. in Zusammenhang gebracht mit seltener auftretenden Angststörungen und Depressionen, guter schulischer und beruflicher Leistung, niedrigen Stressreaktionen, schneller Bewältigung von kritischen Lebensereignissen, hoher Schmerztoleranz, mehr Gesundheitsverhalten, besserem Immunsystem, zufriedenstellenden Sozialbeziehungen und hohem Wohlbefinden. Wirksamkeitsüberzeugungen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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