sensomotorisch, Sensomotorik

 

[engl. sensomotoric, sensorimotorics; lat. sensus Empfindung, movere bewegen], [BIO, EW], Bez. für Nervenprozesse, bei denen sowohl sensorische wie motorische Fasern in Tätigkeit sind, so wie für die Nervenstruktur, die der Träger dieses Prozesses ist. Hierher gehören die primären und sekundären somatosensorischen Felder der Hirnrinde, die auch als sensomotorischer Kortex bez. werden (Gehirn). In entspr. Sinne auch Bez. für Prozesse, in denen ein unmittelbarer Zusammenhang zw. Wahrnehmungen und Verhalten besteht, z. B. bei der Koordination von Auge- und Handbewegungen (visuomotorische Koordination). Solche Koordinationsprozesse können als Wirkungsgefüge entweder genetisch weitgehend fixiert sein oder wie die Auge-Hand-Koordination (Perceptual-Motor-Koordination) des Menschen durch ständige Lernprozesse mit aktivem und passivem Feedback über Propriozeptoren (Rezeptoren) adaptiv und plastisch bleiben, bzw. sie können sich ohne Stimulation überhaupt nicht entwickeln. Dies zeigten Studien, in denen die Personen normale Stimulation erhielten, aber daran gehindert wurden, übliche motorische Reaktionen auf die Stimulation durchzuführen. Unter solchen Bedingungen, unter denen z. B. die Tiere sich nicht selbst bewegen konnten, sondern nur umhergetragen wurden, kann sich die perzeptual-motorische Koordination nicht entwickeln, d. h., die visuell wahrgenommene und die akustisch oder taktil geortete Lokalisation von Objekten stimmen nicht überein. Die relevanten Zusammenhänge von Wahrnehmung, Gehirn, Nerventätigkeit und Bewegungsabläufen werden im Bereich der Neurowiss., aber auch der Sportwissenschaft untersucht. Mit dem Wiederaufbau gestörter sensomotorischer Funktionen befasst sich auch die Ergotherapie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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