Sexualstörungen, Psychopharmakotherapie

 

[engl. sexual disorders, psychophrmacotherapy], [KLI, PHA], bei Störungen der sexuellen Appetenz können bei beiden Geschlechtern Androgene (Testosteron, Dehydroepiandrosteron/DHEA) und bei Frauen in der Menopause Östrogene versucht werden. Allerdings ist wegen der nicht unerheblichen Risiken (Mammakarzinom, kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse) die Indikation streng zu stellen. Die Wirksamkeit des dopaminerg wirkenden Antidepressivums Bupropion konnte gegenüber Placebo gezeigt werden. Zur Behandlung von Störungen der sexuellen Erregung (Männer: erektile Dysfunktion, ED; Frauen: Erregungsstörung der Frau, [engl. female sexual arousal disorder/FSAD]) stehen für die Behandlung von Männern in erster Linie die selektiven Inhibitoren der Phosphodiesterase vom Typ 5 (PDE-5-Inhibitoren) SildenafilTadalafil und Vardenafil zur Verfügung. Diese unterscheiden sich vor allem durch ihre unterschiedliche Pharmakokinetik. Andere medikamentöse Verfahren (z. B. Yohimbin) mit z. T. nicht klar belegter Wirkung spielen demgegenüber keine Rolle mehr. Bei Therapieresistenz kommen Schwellkörperinjektionstherapien infrage. Die Wirksamkeit von PDE-5-Inhibitoren bei Frauen ist weniger klar belegt, möglicherweise spricht eine Subgruppe von Frauen mit FSAD darauf an. Ggf. können Androgene oder die topische Applikation von Prostaglandin E1 versucht werden. Unter den Orgasmusstörungen ist die Ejaculatio praecox des Mannes durch serotonerge Pharmaka, v. a. Serotonin-Rückaufnahmehemmer, gut behandelbar. Der SSRI Dapoxetin, der durch eine kurze Wirklatenz und rasche Elimination gekennzeichnet ist, ist in dieser Indikation zugelassen. Für die Behandlung von Orgasmusstörungen der Frau stehen keine Pharmaka zur Verfügung.

Verwendete Literatur

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