Sexualstörungen, Psychotherapie

 

[engl. sexual disorders, psychotherapy], [KLI], die Behandlung funktioneller Sexualstörungen (= S.) wurde als Kurzzeittherapie bes. durch die empirischen Arbeiten von Masters & Johnson (1966) gefördert. Sie beziehen erstmals Partnerschaftsprobleme mit ein und versuchen in realen Übungen, die hierarchisch strukturiert sind, Ängste abzubauen, das Verhaltensrepertoire zu erweitern und Fehlinformationen und problematische Normen zu reflektieren. Je nach der Diagnose in der Problem- bzw. Verhaltensanalyse und der therap. Orientierung werden Elemente der Psychoanalyse, der Kommunikationstherapie oder anderer Schulen angewendet. Die konkreten therap. Vorgehensweisen sind sehr vielfältig, da bereits die Störungsbilder eine große Variabilität in ihrer Erscheinung aufweisen. Allen Herangehensweisen ist jedoch gemeinsam, dass sie versuchen, Sexualität als einen wichtigen Aspekt allg. Wohlbefindens sowie allg. Lebensqualität und -zufriedenheit zu begreifen und zu betonen. Inhalt therap. Sitzungen kann dabei zunächst ein gegenseitiger Austausch der Beteiligten sein, welcher u. a. ein gemeinsames Besprechen von Erfahrungen, die Mitteilung von KognitionenEmotionen und Wünschen sowie die Möglichkeit zur Nachfrage beinhalten kann. Eine ebenfalls zentrale Rolle bei der Therapie von S. spielen allein oder gemeinsam ausgeführte graduierte Verhaltensübungen. Eine typische Form von Verhaltensübungen stellen dabei Empfindungsübungen dar, welche die betroffenen Personen sowie deren Partner oder Partnerin für den eignen sowie für den fremden Körper sensibilisieren sollen (z. B. Sensualitätstraining, bei dem in mehreren Schritten die Empfindungen, die versch. Berührungen und Praktiken am eigenen Körper auslösen, bewusst wahrgenommen werden sollen). Aber auch Übungen zur besseren Kontrolle von Erregungsverläufen (z. B. bei Ejakulationsstörungen) sind häufiger Bestandteil sexualtherap. Vorgehens. Klassischerweise sollen diese Übungen in Form von Hausaufgaben ein- oder mehrmals pro Woche durchgeführt und in den Therapiesitzungen besprochen werden. Die Therapieziele bei S. sind so vielfältig wie die Störungsbilder: Mal kann die Auflösung problematischer Selbstverstärkungsmechanismen (Selbstverstärkung) und dysfunktionaler Gedanken und Gefühle im Mittelpunkt stehen, ein andermal die Schulung der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle, in wieder anderen Fällen die Auflösung von Partnerschaftsproblemen (Paartherapie). In einigen Fällen kann es dabei hilfreich sein, die Psychoth. mit einer somatischen Therapie (z. B. Gabe von Hormonen, med. oder mechanischen Hilfsmitteln (z. B. Vakuumpumpen) oder sogar invasiv wie z. B. in Form von Penisprothesen) zu unterstützen. Bzg. des Therapieerfolgs werden gute Ergebnisse (ca. 50 % Heilung), bes. bei Kombination versch. Verhaltenstherapie-Methoden berichtet. Welche konkreten Methoden bei der Therapie von S. angewendet werden, hängt von der jew. Form der S. ab.

Referenzen und vertiefende Literatur

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