sexuelle Orientierung

 

(= s.O.) [engl. sexual orientation], [PER],Disposition, durch Menschen eines best. Geschlechts sexuell erregt zu werden. Ob es zu tatsächlichem Geschlechtsverkehr oder Partnerschaften mit einem best. Geschlecht kommt, ist dagegen sekundär. Unterschieden werden heterosexuelle, homosexuelle und bisexuelle Orientierung. Homo- und bisexuell sind in Dt. ca. 7% der erwachsenen Männer und Frauen, wobei bei Frauen der Anteil der homosexuellen niedriger und der Anteil der bisexuellen höher ist. Die s.O. ist genetisch und durch nicht genetische hormonelle Faktoren beeinflusst, während ein umweltvermittelter Einfluss der s.O. der Eltern auf ihre Kinder (z. B. bei Adoptivkindern von homosex. Paaren) nicht gefunden wurde. Homosexuelle Frauen und Männer zeigen bereits in der Kindheit oft eine geschlechtsuntypische Präferenz für Aktivitäten des anderen Geschlechts, die genetisch beeinflusst ist (Bailey et al., 2000). Nach der Theorie von Bem (1996) ist dies der entscheidende Zwischenschritt auf dem Weg zur homosexuellen Orientierung, da generell das «exotische» Geschlecht mit Einsetzen der Pubertät zum «erotischen» Geschlecht werde; bei geschlechtstypischen Präferenzen führe dies zu Heterosexualität, bei geschlechtsuntypischen Präferenzen zu Homosexualität. Dieser Entwicklungsverlauf wurde bei männlichen Homosexuellen häufiger bestätigt als bei weiblichen. Bem Sex Role Inventory (BSRI), Geschlechtsrollen-Selbstkonzept.

Referenzen und vertiefende Literatur

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