Sildenafil

 

(= S.), [PHA], S. war als Viagra® der weltweit erste selektive Hemmer der cGMP-spezif. Phosphodiesterase Typ 5 (PDE-5), der zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen wurde. Nach Ablauf des Patentschutzes im Jahr 2013 sind inzw. zahlreiche Generika verfügbar, mit deren Markteintritt der Absatz von S. weiter beträchtlich zunahm. Die PDE-5 kommt vor allem in der glatten Muskulatur der Schwellkörper im Penis (Corpora cavernosa) vor. S. verstärkt hier den Effekt des endogenen Stickstoffmonoxids, das als Reaktion auf sexuelle Stimulation freigesetzt wird. Es kommt zu einer Entspannung der glatten Muskulatur in den Corpora cavernosa und zum vermehrten Bluteinstrom in das Penisgewebe, wodurch eine Erektion hervorgerufen wird. Für den therap. Effekt von S. ist eine gleichzeitige sexuelle Stimulation erforderlich, die Substanz hat keine Auswirkungen auf die Libido. Wirkungseintritt nach ca. 30 Min., max. Plasmaspiegel nach ca. 1 Std., Eliminationshalbwertszeit 2–5 Std., Wirkdauer 4–5 Std. Dosis i. d. R. 50 mg, Höchstdosis 100 mg, manchmal sind 25 mg ausreichend. Metabolisierung im Wesentlichen über CYP3A4, weniger über CYP2C9. CYP3A4-Inhibitoren können die Plasmaspiegel von S. erhöhen. Häufigste unerwünschte Wirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, verstopfte Nase, Sehstörungen (S. hemmt schwach auch die PDE6 in der Netzhaut). Bei gleichzeitiger Anwendung von Antihypertensiva kann der Blutdruck zusätzlich abgesenkt werden, aus dem gleichen Grund ist die gleichzeitige Einnahme von Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie Amylnitrit) kontraindiziert.