Simon-Effekt, sozialer

 

(= SSE) [engl. joint/social Simoneffect], syn. verbundener Simon-Effekt,[KOG, SOZ], entsteht wenn ein Simon-Paradigma (Simon-Effekt) gleichzeitig von zwei Personen bearbeitet wird, sodass jede Person nur bei einem Teil der Reize reagiert. Bspw. wenn auf die relevante Dimension Farbe des Reizes reagiert wird, dann reagiert bei der sozialen/verbundenen Simon-Aufgabe eine Person auf rote Reize und die andere Person auf grüne Reize, sodass das Simon-Paradigma als Go/NoGo-Auswahlreaktion durchgeführt wird. Bei dieser soz./verbundenen Go/NoGo-Variante des Simon-Paradigmas tritt ein SSE auf, der durch Reiz-Reaktions-Kompatibilität zw. kompatiblen (z. B.: linke Person reagiert auf grünen Reiz auf der linken Bildschirmseite) und inkompatiblen (z. B.: linke Person reagiert auf grünen Reiz auf der rechten Bildschirmseite) Reiz-Reaktion-Konstellationen basiert. Dagegen tritt kein SSE auf, wenn eine Person auf nur eine Stimulusfarbe in einer indiv. Go/NoGo-Simon-Aufgabe reagiert. Der SSE wird damit erklärt, dass die andere Person als Referenzrahmen dafür dient, um einen kogn. Konflikt zw. zwei Reizpräsentationen und zwei Reaktionen zu etablieren, wie er dem klassischen Simon-Paradigma zugrunde liegt. Die gegenwärtige Forschung zum SSE beschäftigt sich damit, inwieweit es sich um einen rein sozialen Effekt handelt (bei dem die Perspektive des anderen eingenommen wird, Ko-Repräsentation) oder ob der Referenzrahmen durch andere Faktoren generiert werden kann, z. B. durch aufmerksamkeitsbindende Objekte neben dem Bildschirm.