Sinnesphysiologie

 

[BIO, WA], die Lehre von den mit den Wahrnehmungsprozessen (Wahrnehmung) verknüpften physiologischen Vorgängen in den Sinnesorganen (Sinne, Sinnesorgan, Rezeptor) und den fortleitenden afferenten Nervenbahnen (Nerv, Leitungsbahnen). Sie untersucht Lage, Struktur und Erregungsbedingungen der verschiedenen Rezeptoren sowie die Fortleitung und fortschreitende Integration und Verarbeitung der Erregungen im ZNS (Nervensystem). Dabei beschränkt sie sich nicht nur auf die Beschreibung der physikalisch-chemischen Reaktionen an diesen Strukturen (sog. objektive Sinnesphysiologie), sondern beschäftigt sich auch mit den Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten, die den subjektiven Empfindungen (Empfindung) und Wahrnehmungen zugrunde liegen. In der praktischen Medizin werden meist subjektive Empfindungen des Patienten zur Prüfung der Leistungen von Sinnesorganen herangezogen, etwa bei Hör- oder Sehtests. Dieser bis vor Kurzem als subjektive Sinnesphysiologie bezeichnete Wissenschaftszweig wird heute der Wahrnehmungsps. (Sinnespsychologie) zugeordnet. Biopsychologie, Psychophysiologie der Sinne.

Referenzen und vertiefende Literatur

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