Situational Judgment Tests

 

(= SJT), [engl.] Testverfahren zum situationsspezif. Handeln, [AO, DIA, PER], sind simulationsorientierte Testverfahren, welche überwiegend in der Personalauswahl Anwendung finden. In einem SJT werden Bewerbenden hypothetische (berufsbezogene) Situationen präsentiert. Bewerbende sollen anhand vorgegebener Antwortoptionen angeben, wie sie sich in diesen Situationen verhalten würden bzw. wie man sich idealerweise verhalten sollte. SJT sind als sog. low-fidelity Simulationen konzeptualisiert, da Situationsbeschreibung und Antwortmöglichkeiten in einer standardisierten und schriftlichen Darstellung präsentiert werden (im Unterschied zu high-fidelity-Simulationen wie z. B. Rollenspiele in  Assessment-Centern). Es gibt eine große Bandbreite unterschiedlicher SJT; sie variieren u. a. in den Inhalten, die «simuliert» werden bzw. dem Messanspruch, der Art des Antwortformats, dem Lösungsschlüssel oder der Art der Instruktionen. Üblicherweise werden SJT in schriftbasierter Form appliziert, es existieren jedoch auch zahlreiche videobasierte Varianten.

 SJT sind, ähnlich wie andere simulationsorientierte Verfahren, meist multidimensional angelegt. Daraus ergibt sich eine nicht immer eindeutige Faktorenstruktur (Faktorenanalyse) sowie eine moderate bis mittlere Reliabilität. Seit einiger Zeit werden aber auch immer häufiger konstruktspezif. SJT (mit zufriedenstellender interner Konsistenz) entwickelt. Die Güte von SJT als eignungsdiagn. Testverfahren wurde vielfach untersucht – metaanalytische Befunde berichten eine korr. Kriteriumsvalidität zw. r = ,26 und r = ,34. Damit weisen SJTs eine prognostische Validität zu berufsrelevanten Faktoren auf, welche vergleichbar mit der Güte anderer simulationsorientierter Auswahlinstrumente (wie z. B. Assessment-Center) ist. Interesse, situationales.

Verwendete Literatur

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