soziale Interaktion

 

(= soz. I.) [engl. social interaction; lat. inter zwischen, agere handeln], [SOZ], die Vorgänge der gegenseitigen Beeinflussung zw. einzelnen Personen und soz. Gruppen (sozialer Einfluss) sowie die dadurch entstehende Veränderung z. B. von Verhaltensweisen und Einstellungen (Einstellungsänderung). Ein weiterer Begriff als Kommunikation, z. T. aber auch mit diesem syn. Gelegentlich wird berücksichtigt, dass Kommunikation ein asymmetrischer Prozess sein kann, während I. stets einen symmetrischen Prozess meint. P ist Stimulus für O und O ist Stimulus für P, bzw. die Responses von O und P haben diese Funktionen. Soz. I. als «Austausch von materiellen und nicht materiellen Gütern» (Homans) anzusehen, ist der Grundgedanke der versch. Theorien des soz. Austauschs [engl. social exchange theories]. Thibaut & Kelley (1959) verwenden in ihrem I.modell zur Analyse der Austauschprozesse eine Matrix möglicher Handlungskonsequenzen (pay off matrix), in der die Verluste (costs) und der Nutzen (rewards) als Folgen der Responses der Partner eingetragen werden. Die Auswertung der I.konsequenzen hängt von dem Vergleichsniveau (CL, comparison level), insbes. von dem Vergleichsniveau für Alternativen (CLalt) ab. Jones & Gerard (1967) unterscheiden genauer, ob I. tatsächlich stattfindet, indem sie die Art der Kontingenz von Reaktionen der Partner berücksichtigen (Pseudo-, asymmetrische, reaktive und wechselseitige Kontingenz). Von Argyle (1972) wird I. als soz. Fertigkeit beschrieben (social skill). Kosten-Nutzen-Kalkulation. Interaktionismus.

Referenzen und vertiefende Literatur

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