soziale Unterstützung

 

(= soz. U.) [engl. social support], [GES, KLI, PER, SOZ], unter soz. U. lassen sich ganz allg. die Möglichkeiten eines Individuums, U. und Hilfe aus dem persönlichen sozialen Netz zu erhalten, verstehen. Soz. U. beinhaltet den Aspekt der subj. Wahrnehmung und Bewertung, den Aspekt der vorhandenen Netzwerkressourcen (Ressource) und der soz. Integration und als dritten Aspekt die konkreten unterstützenden Maßnahmen. Die versch. Def. von soz. U. unterscheiden sich in der Betonung der relativen Bedeutung dieser drei Aspekte. Soz. U. lässt sich also weder ausschließlich als indiv. Merkmal einer Person (Persönlichkeitsmerkmal) festmachen noch an den strukturellen Merkmalen des sozialen Netzes (z. B. Größe, Dichte, Homogenität, Art und Dauer der Beziehungen), in dem eine Person eingebunden ist. Soz. U. bezieht sich inhaltlich typischerweise auf emot. Unterstützung, praktisch-instrumentelle Hilfe, Unterstützung beim Problemlösen einschließlich informationeller Hilfe sowie der subj. erlebten soz. Integration und dem Vertrauen auf verlässliche Beziehungen. Die Relevanz von soz. U. ergibt sich aus deren pos. Wirkungen auf die körperliche und psych. Gesundheit und das Wohlbefinden. Zwei Modelle werden diskutiert, beide schließen sich nicht gegenseitig aus. Zum einen kann soz. U. den Gesundheitszustand unmittelbar günstig durch Befriedigung von Grundbedürfnissen  nach Zugehörigkeit, Wertschätzung und emot. Sicherheit beeinflussen. Zum anderen kann soz. U. die ungünstigen Effekte von Belastungen und Stress abpuffern. Empirische Belege existieren für beide Modelle. Die Wirkung von soz. U. ist zum einen behavioral (z. B. gesundheitsförderliches Verhalten), aber auch durch kognitiv-psychol. Mechanismen (z. B. Gefühl der Zugehörigkeit, Sicherheit, Lebenskontrolle, Kohärenzgefühl) vermittelt, beides wiederum beeinflusst neuroendokrine (Neuroendokrinologie), autonome (Nervensystem) und immunologische (Immunsystem) Funktionen pos.

Verwendete Literatur

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