Sozialisationspsychologie

 

(= S.) [engl. psychology of socialization], [EW, PÄD, SOZ], bearbeitet das Gebiet der inzidentell (Sozialpsychologie, Erfahrungsbildung) und intentional (Erziehungspsychologie) beeinflussten psych. Entwicklung im kult. und sozialen Kontext. S. befasst sich mit moralischer Entwicklung (Montada, 1994, Preiser, 1994, Ulich, 1994) einschließlich prosozialem Verhalten/aggressivem Verhalten (Aggressivität; Schmidt-Denter, 2005) und mit päd.-psychol. Intervention (Perrez, 1994, Schmidt, 1994, Schwarzer, 2004). S. befasst sich mit Beschränkungen, Spielräumen, Aufgaben und Selbstrepräsentationen von psych. Entwicklungsprozessen (Brandtstädter & Greve, 1994). Die Ergebnisse der Sozialisation bestehen in der Aneignung von soziokult. Lebensbedingungen und wirken sich auch aus auf die indiv. körperlichen und seelischen Lebenserscheinungen (Schneewind & Pekrun, 1994, Oerter, 1994). S. leistet einen zentralen Beitrag zum Verstehen der Entwicklung der Persönlichkeit, selbst wenn die Wirkung genetischer Einflüsse adäquat berücksichtigt wird (Asendorpf (1994) zum Einfluss der Familie; Trautner (1994) zur geschlechtsspezif. Differenzierung).

Die emotionale Entwicklung (z. B. Entfaltung und Ausdifferenzierung von Emotionen, Aufbau von Objektbeziehungen, Entwicklung von Bindungssicherheit, Erwerb von kogn. kontrollierter emot. Kompetenz, Aufbau emotionaler Schemata, Ulich, 1994) ist Gegenstand der S. ebenso wie Bedingungen der Entwicklung von Intelligenz, Kreativität und von Wissen (z. B. Helmke & Weinert, 1997 zum Einfluss der Schule), der Entwicklung von Kontrollüberzeugungen (locus of control; Krampen, 1994) oder der Entwicklung von weltanschaulichen, religiösen und politischen Überzeugungssystemen (Preiser, 1994). Zum Einfluss gleichaltriger Kinder und der Arbeitswelt z. B. Krappmann (1994). Den Einfluss von Gruppen auf Erwachsene zeigt am Bsp. des LernensWitte (1997) u. a. an den Merkmalen Zielfindung, Leitung der Gruppe, Strukturierung, Anpassungsdruck, Leistungsanspruch. Wegen globaler Migrationen ergeben sich umfangreichere Aufgaben in diesem Bereich als bisher.

Referenzen und vertiefende Literatur

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