sozialisierte Sprache

 

[engl. socialized language], [EW, SOZ], tritt nach Piaget (Entwicklung, Stufentheorie nach Piaget) ungefähr im Alter zw. 7 und 8 Jahren auf; zu dieser finden sich Kinder häufig in Kleingruppen zus., und nonverbale Handlungen wie mimische und gestische Äußerungen verlieren innerhalb der Sprechsituation an Bedeutsamkeit (nichtverbale Kommunikation). Diese Veränderung in der Sprachentwicklung geht der kogn. Entwicklung voraus; das Denken ist zu diesem Zeitpunkt immer noch egozentrisch zu nennen, sodass eine wichtige Funktion der sozialisierten Rede in einer entspr. Sozialisierung kognitiver Vorgänge besteht. Von der Unterscheidung in die zwei großen Gruppen von Äußerungen ausgehend, den egozentrischen und den sozialisierten, kommt Piaget dazu, letztere in fünf Grundkategorien aufzuteilen, wobei der ersten eigentlich ein übergreifender Stellenwert zukommen müsste: (1) angepasste Information: Das Kind geht auf den Standpunkt des Partners ein und will auf ihn einwirken. (2) Kritik: Das Kind äußert sich über die Arbeit und das Verhalten anderer, wobei die Äußerungen eher affektiven als intellektuellen Charakter haben. (3) Befehle, Bitten, Drohungen: Das Kind wirkt auf andere ein. (4) Fragen und (5) Antworten: Es besteht jetzt das Bedürfnis nach echten Antworten sowie auch die Bereitschaft, diese selbst zu geben. Ist bei Piaget das sozialisierte Sprechen erst nach dem egozentrischen möglich, so wird bei Wygotski (Entwicklung, soziokultureller Ansatz nach Wygotski) umgekehrt die sozialisierte Rede als Vorbedingung für die egozentrische betrachtet.

Referenzen und vertiefende Literatur

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