Sozialpsychiatrie

 

(= S.) [engl. social psychiatry; lat. socialis gemeinschaftlich, gr. ψυχή (psyche) Seele, ἰατρός (iatros) Arzt], [KLI], Begriff, der erstmals bei L.L. Bernard 1943 erwähnt wird. Er resultiert aus der Kritik am med. Modell (Krankheitsmodelle), aus der die moderne S. entstand. Sie betont bei Diagnose und Therapie indiv. und/oder zw.menschl. Störungen den Einfluss soziokult. und ökonomischer Faktoren, die eine schichtbezogene Chancenungleichheit bedingen. Realisierungsversuche (z. B. therapeutische Gemeinschaft) stoßen dabei häufig auf den Widerstand konventioneller Normensysteme.