Sozialverhalten

 

(= S.) [engl. social behavior], [KOG, SOZ], der Begriff umfasst alle Verhaltensweisen von Menschen und Tieren, die sich auf Reaktionen und/oder Aktionen anderer Gruppenmitglieder beziehen. Es wird unterschiedlich diskutiert in (1) der Soziologie, (2) der Sozialpsychologie und (3) der Verhaltensbiologie. Hier ist S. ein Sammelbegriff für Verhaltensmuster, die von einem Tier in einer Gruppe geäußert werden und sich (i. d. R.) von den Verhaltensweisen (Verhalten) gegenüber fremden Artgenossen unterscheiden. Soz. Verhalten bringt Artgenossen zus. (soziale Attraktion) und koordiniert das Zusammenleben in der Gemeinschaft (soziale Koordination). Als kleinste soz. Einheit gilt die Geschlechtergemeinschaft, in der auch extreme Einzelgänger wie der Kuckuck S. zeigen. S. kann über den innerartlichen Bereich hinaus auch Artfremde einbeziehen, z. B. in den gemischten Winterschwärmen von Saatkrähen und Dolen oder den großen Huftierherden der afrikanischen Savanne (versch. Antilopenarten, Zebras). Das S. bringt eine Reihe von Selektionsvorteilen: (1) Nahrungserwerb (Auffinden und Mitteilen von Wasser oder Futterstellen, kooperativ jagende Wölfe), (2) Gefahrenvermeidung (Gefahr schneller erkennen, gemeinsam angreifen), (3) soz. Lernen (Weitergabe von Erfahrung an die Jungen, z. B. für Gefahrvermeidung), (4) Temperaturregulierung (soz. Zusammenleben im Bienenstock).

Nahezu alle Elemente lassen sich als ritualisierte Verhaltensweisen anderer Lebensbereiche (Brutpflege (Brutpflegeverhalten), Aggression, Körperpflege usw. ableiten: Junge Schabrackenschakale z. B. stoßen die Eltern an die Schnauze, was bei diesen Futterwürgen hervorruft. Dieses Schnauzenstoßen ist bei adulten Tieren zum Begrüßungsritual geworden. Ethologie, soziale Kompetenzen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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