Sparverhalten

 

 (= S.)[engl. savings behaviour], [KOG, WIR], die Arten des S. können im Wesentl. durch zwei Unterscheidungen beschrieben werden: (1) kontraaktuelles (= planvolles) Sparen (Planen) vs. diskretionäres Sparen (= Gelegenheitssparen) sowie (2) Vorsorgesparen (als Absicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse) vs. Konsumsparen (für geplante Konsumausgaben). Wann überhaupt gespart wird und auf welche Motive S. zurückzuführen ist, wurde dabei mehrfach untersucht. Motive wie z. B. der Wunsch nach Sicherheit oder Vorsorge, Rendite aber auch Vererbungsabsichten oder der Wunsch nach Ausübung eines best. Hobbys wurden vorgeschlagen. Zusammengefasst scheint eine hierarchische Struktur der Ziele von S. angemessen. Auf oberster Ebene finden sich dabei eher abstrakte psyvhol. Ziele wie z. B. Selbstwert (Selbstwertgefühl), Freude oder Autonomie. Diese abstrakten Ziele werden wiederum dadurch handlungsleitend, indem sie konkretere Ziele tieferer Ebenen (z. B. Urlaubswünsche) aktivieren. Derartigen das S. fördernden Motiven entgegen stehen jedoch der Wunsch nach unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung sowie das Phänomen, dass Belohnungen umso unsicherer und geringer wahrgenommen werden, je weiter sie in der Zukunft liegen (Diskontierung). Dies entspricht auch dem sog. myopischen Effekt, bei dem Verhaltenskonsequenzen umso deutlicher unterschätzt werden, je weiter sie in der Zukunft liegen. Als das S. moderierende Variablen werden zudem Persönlichkeitseigenschaften (Persönlichkeitsmerkmal, Fähigkeit zum Belohnungsaufschub, Selbstkontrolle, Risikovermeidung, locus of control), sozioökonomische Aspekte (Alter, Bildung) sowie Einstellungen und Gewohnheiten diskutiert. S. hängt zudem von den jeweils aktuell herrschenden Sparmöglichkeiten (v. a. dem Einkommen) ab, was v. a. in Überlegungen zum Sparen über die Lebensspanne dokumentiert wird. Hiernach liegt der Spitzenwert der Sparquote bei ca. 14% des Einkommens und setzt dann ein, wenn das Einkommen im Mittel erstmals das Sparen eines größeren Prozentanteils ermöglicht (ab ca. 30 Jahren).

Verwendete Literatur

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