spezifische Phobien

 

(= spezif. P.) [engl. specific phobias; lat. specificus eigentümlich, φόβος (phobos) Furcht], [KLI], unter einer spezif. P. versteht man eine stark ausgeprägte Angst, die übertrieben und unbegründet ist. Bes. weitverbreitet sind P., die sich auf Tiere (Spinnen, Hunde, Schlangen), Höhen, enge Räume, Blut, Naturereignisse (Gewitter) beziehen. Bekannt ist auch die Blut- und Verletzungsphobie im Kontext einer med. Behandlung (z. B. vor Spritzen, Zahnarztbesuch). Die Ängste sind auf best. Objekte oder Situationen bezogen. Typische situationsbezogene Ängste sind: Angst vor Höhen, engen Räumen, Flugangst oder Angst vor der Autobahn. Durch die Konfrontation mit dem spezif. Auslöser wird i. d. R. sofort eine massive Angstreaktion ausgelöst. Die betroffene Person erkennt, dass die Angst unbegründet ist. Die erlebte Angst und das Vermeidungsverhalten schränken die Lebensführung und die Lebensqualität des Betroffenen nachhaltig ein. Spezif. P. können über die gesamte Lebensspanne auftreten. Die spezif. P. tritt mit einer Lebenszeitprävalenz von 7 bis 12 % sehr häufig auf. Die Ursachen sind nicht völlig geklärt, wobei man von einem Vulnerabilitäts-Stress-Modell ausgehen kann, es besteht zudem eine familiäre Häufung. Für die Entstehung einer s. P. sind versch. Lernprozesse zentral (Konditionierung, klassische, Konditionierung, operante, Modelllernen).

Als Therapiemethode der ersten Wahl hat sich die kogn. Verhaltenstherapie bes. bewährt, wobei eine Kombination von Methoden zum Einsatz kommt (Psychoedukation, Entspannungsverfahren, Konfrontationstherapie (Konfrontation mit Reaktionsverhinderung), kognitive Um-/Restrukturierung, Systematische Desensibilisierung). V. a. die Reizkonfrontation und Reaktionsverhinderung hat sich als bes. erfolgreicher Behandlungsansatz bewährt. Die Erfolgsquote bei dieser Therapie liegt bei ca. 80 bis 95 %. Die Behandlung einer spezif. P. i. R. einer Expositionstherapie erfolgt schrittweise (graduelle Annäherung an den angstauslösenden Reiz) oder massiert. Die Exposition kann in der Realität (in vivo) oder in der Vorstellung (in sensu) erfolgen. Die In-vivo-Exposition ist am effektivsten, aber oft praktisch schwer umsetzbar. Phobische Störungen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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