Sprachtherapie

 

[engl. language/speech therapy], [EW, KLI, KOG], Therapie von Sprachstörungen (= S.). (1) Bei entwicklungsbedingten S.: Ausgangspunkt ist eine breit angelegte Diagnostik, von Entwicklungstests bis zum Hörtest, um den indiv. Sprachentwicklungsstand zu ermitteln. Verhaltenstherap. Programme (Verhaltenstherapie) betonen stärker die Einübung best. Äußerungsformen, ein neuerer Ansatz dahingegen das vereinfachte Sprachangebot an das Kind. U. U. müssen inkompatible Verhaltensprobleme zuerst therapiert werden (mangelnde Aufmerksamkeit, Unruhe, Störverhalten; ADHS). Die Programme gehen von einer langen Übungszeit (Üben) und der Einbeziehung der Eltern als Kotherapeuten aus. Es werden z. T. gute Therapieerfolge berichtet. (2) Bei erworbenen S.: Im defizitorientierten Ansatz wird die Behandlung direkt auf die im kogn.-funktionalen Modell festgestellte Störungsursache (z. B. Logogen-Modell) bzw. die gestörte Sprachfunktion (z. B. auditives Satzverständnis), ausgerichtet. Der partizipationsorientierte Ansatz stellt die Verbesserung der Alltagskommunikation in den Vordergrund und fördert bestehende Ressourcen (Ressourcenorientierung) und Umwegstrategien. Möglicherweise vorliegende Komorbiditäten werden bei der Behandlung berücksichtigt. Bei Aphasie können, je nach Rückbildungsphase, deutliche Verbesserungen von Sprache und Alltagskommunikation durch Techniken der Stimulation, des Wiedererlernens und/oder der Kompensation erreicht werden. Bei progredienten Erkrankungen ((primär) progressive Aphasie, Alzheimer-Krankheit, frontotemporale Demenz) ist weniger die Verbesserung, sondern vielmehr der möglichst lange Erhalt von sprachlichen und kommunikativen Funktionen erklärtes Ziel der Behandlung. Die Angehörigenberatung ist hier von bes. großer Bedeutung.