Spurenfeld

 

(= S.), [KOG], nach Auffassung der Gestalttheorie bilden die Spuren vergangener Erlebnisse eine dynamische Ganzheit (Feld), die sich nach Gestaltgesetzen organisiert. Jeder in einem best. Augenblick stattfindende Wahrnehmungsprozess korrespondiert mit dem ihm nach dem Ähnlichkeitsgesetz zugehörigen S. und verbindet sich mit diesem zu einer Wirkungseinheit (Köhler). Eine derartige Ausbildung von in Wechselwirkung stehenden Spurenklassen in den S. wird auch als Bereichsbildung bez. Mithilfe des S. lässt sich der Einfluss vorhergegangener Erfahrungen auf gegenwärtige Prozesse erklären. Umgekehrt kann der gegenwärtige Prozess das S. verändern. Dies geschieht z. B. bei der Vervollkommnung einer best. Leistung durch Wiederholung. Dabei wird das S. im Sinne der Prägnanztendenz verändert, wodurch spätere Wiederholungen gleichsam besser vorgeformte Bedingungen vorfinden. Letzteres entspricht dem Begriff Bahnung. Schon lange ist bekannt, dass sich die Spur eines wahrgenommenen Gebildes spontan in Richtung auf größere Prägnanz verändert. Hierzu die Erfahrung, dass Partien eines eben gehörten Musikstückes sich nicht sofort, aber nach einem oder mehreren Tagen reproduzieren lassen (Koffka). Es lässt sich dies als Spontanorganisation des S. auffassen (Organisation).