Sterben

 

(= S.) [engl. dying], [EW, GES], am S. als dem letzten Lebensabschnitt können drei Aspekte unterschieden werden: das Aussetzen der Vitalfunktionen (körperliches S., kurz), den Rückzug aus zw.menschlichen Beziehungen (soz. S., lang) und das Erleben und Verhalten des Betroffenen im Vorfeld des Übertritts vom Leben zum Tod (psych. S., lang). Aus verhaltenwiss. Sicht beginnt S., wenn (1) obj. nachweisbare Voraussetzungen dafür gegeben sind, dass der Tod in einem konkret eingrenzbaren Zeitraum vorzeitig, d. h. früher als ohne die schädigenden Bedingungen zu erwarten, eintreten wird, und wenn (2) der Sterbende seine Situation so weit wahrgenommen hat, dass diese spezif. Wahrnehmung in seinem Erleben und Verhalten wirksam ist. Obj. Schädigung oder Bedrohung und subj. Wahrnehmung dieser Schädigung/Bedrohung müssen zus.kommen, damit psych. S. stattfindet. I. d. S. kann S. einen langen Zeitraum (z. B. mehrere Monate) umfassen. Diese Kennzeichnung des S. gilt nicht nur für Kranke, sondern auch für andere Konstellationen (z. B. Suizid, Hinrichtung). Zum Verlauf des Sterbeprozesses wurden mehrere Phasenmodelle entwickelt, die auf den klin. Erfahrungen der Autoren als teilnehmend beobachtenden Therapeuten beruhen, durch empirische Befunde jedoch nur teilweise gestützt werden. Psychol. kann man S. auch als antizipatorisches Trauern (Trauer, Trauerarbeit) um den Verlust der Welt oder – in jüngeren und mittleren Jahren – der eigenen Zukunft betrachten. Man geht davon aus, dass der Sterbeprozess durch vier Gruppen von Faktoren beeinflusst wird: die körperliche, die psych., die soziale und die spirituelle Dimension. Die Qualität des S. ist auch davon abhängig, inwieweit körperliches, soziales und psych. S. synchron verlaufen. Sterben, Tod und Trauer; Unterrichtung über, Sterben und Tod, Einstellungen zu.

Referenzen und vertiefende Literatur

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